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Agentur wechseln: Checkliste für die Übergabe

Die Warnsignale, die einen Wechsel rechtfertigen, die vollständige Übergabeliste für Zugänge, Daten und Rechte, und der Fehler, der beim Wechsel am meisten kostet.

Veröffentlicht: 24. August 2026·Aktualisiert: 24. August 2026
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Die kurze Antwort vorweg

Wir sind eine Agentur und profitieren davon, wenn Unternehmen wechseln. Deshalb vorweg das Unangenehme: Die meisten Wechsel, die uns erreichen, kommen zu früh oder aus dem falschen Grund. Ein schwaches Quartal ist kein Wechselgrund, und ein Wechsel setzt gerade im SEO Fortschritt teilweise zurück.

Es gibt aber Gründe, die einen Wechsel eindeutig rechtfertigen, und einer davon wiegt schwerer als alle anderen: wenn Sie keinen vollständigen Zugriff auf Ihre eigenen Konten und Daten haben. Das ist kein Qualitätsproblem, sondern ein strukturelles, und es wird nicht besser, sondern teurer, je länger man wartet.

Der zweite belastbare Grund ist ausbleibende Wirkung ohne Erklärung. Nicht ausbleibende Ergebnisse, die kommen vor, sondern das Fehlen einer nachvollziehbaren Begründung und eines Plans, was sich deshalb ändert.

Dieser Artikel enthält die Warnsignale, die vollständige Übergabeliste und die Reihenfolge, in der ein Wechsel abläuft, ohne dass Sichtbarkeit verloren geht.

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Die Warnsignale, und die schlechten Gründe

Berichte zeigen Aktivität statt Wirkung. Wenn im Monatsbericht steht, wie viele Texte geschrieben und wie viele Änderungen umgesetzt wurden, aber nicht, was das gebracht hat, fehlt der Bezug zum Geschäft. Ein brauchbarer Bericht beantwortet drei Fragen: Was war das Ziel, was ist passiert, was ändern wir daraus.

Es gibt keine Strategie, nur Aufgaben. Wenn Sie vorgeben müssen, was zu tun ist, zahlen Sie für Umsetzung und bekommen keine Führung. Das kann in Ordnung sein. Dann sollte es auch der Vertrag so abbilden und entsprechend kosten.

Zugänge werden nicht herausgegeben oder liegen bei der Agentur. Das ist das deutlichste Signal. Konten, die auf die Agentur laufen, sind kein Versehen, sondern ein Geschäftsmodell.

Es wird nie etwas abgeschaltet. Wer nur Neues aufbaut und nie eine Maßnahme beendet, testet nicht, sondern beschäftigt sich.

Und die schlechten Gründe: ein einzelnes schwaches Quartal; ein Wettbewerber, der plötzlich vorbeigezogen ist; ein neues Angebot mit einem auffällig niedrigen Preis. Wer wegen des Preises wechselt, wechselt in der Regel innerhalb eines Jahres erneut.

Bevor Sie kündigen, führen Sie ein Gespräch, in dem Sie genau diese Punkte ansprechen. Eine gute Agentur reagiert darauf mit Zahlen und einem Plan. Kommt stattdessen eine Erklärung, warum die Zahlen nicht aussagekräftig sind, haben Sie Ihre Antwort.

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Die Übergabeliste

Fordern Sie alles Folgende schriftlich und vor der Kündigung an, nicht danach. Nach der Kündigung sinkt die Bereitschaft zur Mitarbeit erfahrungsgemäß deutlich, und Sie haben kein Druckmittel mehr.

Entscheidend ist dabei nicht der Zugriff, sondern die Rolle: Sie brauchen Inhaber- beziehungsweise Administratorrechte auf Ihre eigenen Konten. Ein Zugang, den jemand anderes wieder entziehen kann, ist kein Eigentum.

Was bei einem Agenturwechsel übergeben werden muss, und woran es in der Praxis scheitert.
BereichWas Sie brauchenTypischer Stolperstein
Analytics & Search ConsoleInhaberrechte, plus Export der historischen DatenProperty läuft auf ein Agenturkonto; Historie geht verloren
Google AdsKonto auf Ihr Unternehmen, Zugriff der Agentur entziehenEs wurde in einem Agenturkonto gearbeitet
Google Business ProfileInhaberschaft des EintragsAgentur ist Inhaber, Sie nur Verwalter
Website / CMS / ShopAdministratorzugang und ein vollständiges BackupNur Redakteursrechte, kein Zugriff auf Erweiterungen
Hosting & DomainVertrag und Verwaltung auf Ihren NamenDomain ist auf die Agentur registriert
Quellcode & DesignRepository, Design-Dateien, NutzungsrechteRechte an Individualentwicklung liegen bei der Agentur
Inhalte & KonzepteKeyword-Listen, Briefings, RedaktionsplanExistiert nur in Köpfen oder Agentur-Tools
Tracking & ToolsTag Manager, Newsletter, CRM-AnbindungenVergessen, fällt erst Wochen später auf
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Der Vertrag: prüfen, bevor Sie kündigen

Drei Punkte entscheiden darüber, wie teuer ein Wechsel wird, und alle drei stehen im bestehenden Vertrag.

Kündigungsfristen und Laufzeit. Klären Sie, zu welchem Termin Sie überhaupt beenden können. Ein Wechsel, der eine Doppelzahlung über mehrere Monate erzeugt, ist selten eilig genug, um sich zu lohnen.

Herausgabe von Daten und Code. Ist geregelt, dass Ihnen Zugänge, Daten und Quellcode bei Vertragsende übergeben werden? Fehlt eine solche Klausel, ist die Herausgabe Verhandlungssache, und Sie verhandeln aus der schwächeren Position, sobald gekündigt ist.

Nutzungsrechte. Gerade bei individuell entwickelten Lösungen liegen die Rechte häufiger bei der Agentur, als Auftraggeber annehmen. Klären Sie, was Sie weiterverwenden dürfen, Design, Code, Texte, Bildmaterial.

Diese Prüfung gehört vor die Kündigung. Wer zuerst kündigt und dann fragt, verhandelt über etwas, das er schon nicht mehr braucht, oder zahlt dafür.

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Der Ablauf, der keine Sichtbarkeit kostet

Rankings hängen an Ihrer Website, nicht an Ihrem Dienstleister. Ein Wechsel allein kostet deshalb keine Sichtbarkeit: was sie kostet, sind vermeidbare Fehler im Ablauf.

Erstens: Vertrag prüfen, Übergabeliste anfordern, Rechte übertragen. Erst wenn Sie auf allen Konten Inhaber sind, kündigen Sie.

Zweitens: Bestandsaufnahme, bevor sich etwas ändert. Aktuelle Rankings, Traffic, Conversions und eine vollständige URL-Liste dokumentieren. Ohne diesen Ausgangspunkt lässt sich später nicht beurteilen, ob der Wechsel etwas gebracht hat, und genau das wird Sie in sechs Monaten interessieren.

Drittens: den Relaunch vom Wechsel trennen. Der teuerste Fehler überhaupt ist, gleichzeitig mit dem Agenturwechsel die Website neu zu bauen. Wenn dann Sichtbarkeit verloren geht, weiß niemand, woran es lag. Wechseln Sie zuerst, stabilisieren Sie, und bauen Sie danach um. Wenn ein Relaunch trotzdem ansteht, hilft die Relaunch-Checkliste.

Viertens: den laufenden Betrieb nicht anhalten. Ein Stillstand von drei Monaten kostet mehr als eine mittelmäßige Betreuung. Sorgen Sie für eine Überschneidung oder zumindest dafür, dass Kampagnen und Inhalte weiterlaufen.

Und für die Auswahl der neuen Agentur gilt dieselbe Frage, an der die alte gescheitert sein könnte: Läuft alles auf Ihr Unternehmen? Bei uns ist das keine Verhandlungssache: Zugänge und Daten bleiben in Ihrer Hand, auch dann, wenn Sie irgendwann weiterziehen. Wenn Sie abwägen, ob überhaupt eine Agentur der richtige Weg ist, hilft Agentur oder eigenes Marketing-Team?.

(HÄUFIGE FRAGEN)

Kurz beantwortet.

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